Portrait Kerstin Kamm - Gründerin Explor Labor

Portrait Kerstin Kamm - Gründerin Explor Labor

Du hast vor einigen Jahren das ExplorLabor in München gegründet. Wie kam es zu der Entscheidung und warum genau ein ExplorLabor? Was für eine Lebenseintscheidung war das?

Ich hatte seit dem Ende meines naturwissenschaftlichen Studiums viele Jahre als Kursleiterin bei der Hochbegabtenförderung in München im Bereich Biologie, Umweltbildung & Naturwissenschaften gearbeitet. Dabei hatten wir anfangs quasi freie Hand, was die Kursinhalte betraf – Hauptsache, die Kurse waren abwechslungsreich, praxisorientiert (hands on) und spannend! In diesen Jahren habe ich nicht nur einen Haufen an Ideen für solche Mitmachkurse angesammelt, sondern auch viel von der Neugier, Kreativität & Experimentierfreudigkeit der Kinder gelernt. Von 2003-2007 habe ich vier Jahre mit meiner Familie in Neuseeland verbracht, ebenfalls eine sehr prägende und schöne Zeit. Die Kinder lernen dort an den Schulen sehr viel praxisorientierter, eigenständiger & oft im Team. Ihnen wird insgesamt mehr zugetraut. An der Uni in Auckland habe ich dann noch den Studiengang “Teaching Science” belegt und ebenfalls viele coole Ideen mitgenommen. Und irgendwann vor einigen Jahren kam dann die Lust, etwas eigenes ins Leben zu rufen, ein Mitmach-Labor für Kinder, wo weniger vorgefertigte Bausätze oder hochkomplizierte Gerätschaften dominieren, sondern wo mit scheinbar einfachen, rekonstruierbaren Methoden und viel Spaß Naturphänomene erforscht werden können.

Erzähl uns doch hier ein wenig über das Explor Labor … Was genau macht ihr? Gibt es eine unterliegende Vision, die du mit dem ExplorLabor versuchst zu erreichen?

Das ExplorLabor lädt alle Kinder in Mitmachkursen und Forscher-Geburtstagsfeiern zu einer spannenden Entdeckungstour durch die Welt der Naturwissenschaften ein. Das große Anliegen ist die Förderung und Erhaltung der kindlichen Neugierde und Begeisterungsfähigkeit für Naturphänomene. Hier darf zu ganz unterschiedlichen Themen wie Feuerzauber, Luft hat Kraft, Kristallwelten, Elektronik, Strom und Magnete, Seifenabenteuer und vieles andere mehr experimentiert, beobachtet, gestaunt, geforscht und gefragt werden. In der Forscherküche können sich die Kinder mit der Chemie verschiedener Inhaltsstoffe auseinander setzen. Bei den laufenden Kursen beinhaltet ein Kurstag auch immer eine Exkursion in Anhängigkeit von der Jahreszeit. Die Kinder haben außerdem die Möglichkeit, viele Laborgeräte kennenzulernen und mit ihnen sicher zu arbeiten, was oft viel Geduld erfordert. Versuche dürfen auch einfach mal nicht funktionieren oder ganz unerwartete Antworten liefern – wichtig sind eher Fragen wie: Was genau passiert da, was kannst du beobachten… und warum könnte das so sein?!

Betreust du die Gruppen allein? Gruppen bis 10 Kinder alleine, bei größeren Gruppen zusammen mit einer weiteren Person.

Hast du vorher beruflich etwas anderes gemacht – oder war schon immer klar, dass du in diese Richtung gehen wirst?

Ich habe in den vielen Jahren naturwissenschaftlicher Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sozusagen zwei Standbeine entwickelt, die aber indirekt miteinander verbunden sind: zum einen die Arbeit drinnen als Leiterin von experimentellen Mitmachkursen und Forscher-Geburtstagsfeiern (ExplorLabor) oder auch als Dozentin bei den Mädchen-machen-Technik-Projekten der Technischen Universität; zum anderen bin ich Dozentin für Schulklassenprogramme am Ökologischen Bildungszentrum (ÖBZ) und beim Landesbund für Vogelschutz (LBV) im Bereich Umweltbildung & Naturpädagogik, was hauptsächlich draußen abläuft. Insgesamt hege ich ein großes Interesse an der Beziehung Mensch und Natur!

Du sagst, Du bist glücklich in Deinem Job. Was ist für Dich das Wichtigste / das Tollste in Deinem Job?

Dass ich mich immer weiter entwickeln und neu orientieren kann; dass ich meine eigene Chefin bin; dass ich in all den Jahren so vielen unglaublichen Kindern begegnen durfte (viele Kursideen stammen unter anderem von den Kindern selbst); dass da Kinder sind, die auch nach drei Jahren als Kursteilnehmer immer noch nicht genug vom ExplorLabor haben… (ganz nach dem Motto: Löten ist schöner als Flöten!)***

Welche Pläne hast Du beruflich für Dich, wohin geht Deine Reise?

Kann ich nicht genau sagen! Manchmal träume ich von einem richtigen Exploratorium für Kinder, wo sie verschiedene naturwissenschaftliche Themen fast eigenständig mit Hilfe von sogenannten Themenkisten oder an speziellen interaktiven Stationen erforschen können und die Kursleiter eher begleitend dabei sind (also mehr in den Hintergrund rücken).

 Gibt es etwas, was ich nicht gefragt habe, Du uns aber noch sagen möchtest?

Den Eltern: habt mehr Vertrauen in die individuelle Entwicklung eurer Kinder, lasst sie mehr selber ausprobieren. Ich begegne vielen Sieben- und Achtjährigen, die zwar bereits vorbehaltlos in den digitalen Welten surfen dürfen, aber beim Anzünden eines Streichholzes Schweißausbrüche bekommen…!

Den Kindern: Last euch eure Neugierde & ureigene Kreativität nicht nehmen! Und: es gibt keine dummen Fragen…

Wo findet man Dich überall im Netz? 

www.explorlabor.de , k.kamm@explorlabor.de;

www.kindergeburtstage-muenchen.de (Experimentieren &Forschen)

www.andkids-website.blee.ch (München)

 

Danke !

Kontakt
Kerstin Kamm
Dipl.-Biologin, Naturpädagogin & Grad. Dipl. in Teaching Science
Adresse
Gelfratstraße 3
80634 München
Telefon
0160 - 91 84 14 13
Webseite
http://www.explorlabor.de

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