„Wheel of Vision“ - Am Rhein dreht sich das Riesenrad

„Wheel of Vision“ - Am Rhein dreht sich das Riesenrad

Wenn ihr in Düsseldorf am Rhein entlang spaziert, könnt ihr es schon von Weitem sehen: das 55 Meter hohe Riesenrad „Wheel of Vision“. Seit Ende Oktober dreht es sich in der Altstadt auf dem Burgplatz, direkt an der Rheinuferpromenade. Besonders schön sieht das Riesenrad aus, wenn es dunkel ist. Dann leuchtet es in wechselnden Farben.

Oscar Bruch jr., der Besitzer des Riesenrads, hat erkannt, dass die Menschen zu jeder Jahreszeit gerne Riesenrad fahren. Sie mögen es, sich die Stadt und den Fluss von oben anzuschauen. Deshalb steht das „Wheel of Vision“ nun schon zum fünften Mal auf dem Burgplatz. Und am Fuße des Riesenrads baut der Schausteller in der Adventzeit ein kleines Weihnachtsdorf auf. Erst im Januar wird das Fahrgerät wieder abgebaut.

Damit Ihr Antworten auf die vielen Fragen Eurer Kinder geben könnt, haben wir einige wichtigen Fakten und Hintergründe für Euch zusammengestellt.

Tradition

Das „Wheel of Vision“ gehört dem Düsseldorfer Unternehmer Oscar Bruch jr. Er stammt aus einer bekannten und traditionsreichen Düsseldorfer Schaustellerfamilie. Auch seine Frau Astrid ist in einer Schaustellerfamilie aufgewachsen. Oscar Bruch jr. hat das Geschäft mit den mobilen Riesenrädern vor etwa 20 Jahren von seinem Onkel Willi übernommen. Zu seinem Unternehmen gehören aktuell drei Riesenräder: das „Bellevue“, das „Sky Lounge Wheel“ und das „Wheel of Vision“. Alle drei Riesenräder sind ständig auf Reisen – so wie Oscar Bruch selbst. Das erste Riesenrad in der Familie Bruch kaufte übrigens Oscar Bruchs Urgroßvater Emil im Jahr 1896. Es war gerade mal zwölf Meter hoch und wurde von Hand betrieben.

Zahlen und Technik

2012 hat Oscar Bruch jr. das „Wheel of Vision“ zum ersten Mal in Düsseldorf ausprobiert und anschließend gekauft. Es ist 55 Meter hoch, wiegt 350 Tonnen (eine Tonne sind 1000 Kilogramm!) und hat 42 geschlossene Gondeln mit jeweils acht Sitzplätzen. Eine ist eine sogenannte VIP-Gondel. In dieser Gondel gibt es vier Ledersessel, außerdem sind die Scheiben abgedunkelt. Alle Gondeln sind klimatisiert, so dass es auch im Winter gemütlich warm ist. Die Gondeln wurden extra in der Schweiz gebaut, und zwar von einer Firma, die auf Ski-Gondeln spezialisiert ist. Das Rad selbst wurde in den Niederlanden zusammengebaut und heißt „R60“. Oscar Bruch jr. hat dem Riesenrad den Namen „Wheel of Vision“ gegeben. Das Rad dreht sich in langsamer Schrittgeschwindigkeit mit etwa drei bis vier Stundenkilometern. Rund 1000 Meter LED-Schläuche beleuchten das Riesenrad in wechselnden Farben. Die Schläuche sind auf dem Radkranz, an den Gondeln und auf dem Dach des Kassenbereichs befestigt. Die Fensterflächen aller Gondeln ergeben zusammen eine Fläche von rund 500 Quadratmetern – alle Scheiben muss natürlich regelmäßig geputzt werden. Puh, ganz schön anstrengend…

Das Team

15 Mitarbeiter reisen mit dem „Wheel of Vision“ durch Deutschland und Teile von Europa. Das Riesenrad stand zum Beispiel in Budapest (Ungarn), Danzig (Polen) und Bochum, der letzte Standort war Erfurt. Die Mitarbeiter bauen das Riesenrad jedes Mal auf und wieder ab und sind für den kompletten Betrieb zuständig: vom Kassieren über die Wartung bis hin zum Türen öffnen. Der sogenannte Betriebsleiter sitzt am Steuerpult und sorgt dafür, dass das „Wheel of Vision“ läuft. Oscar Bruchs Frau Ariane ist die Projektleiterin und managt den gesamten Betrieb vom Büro aus. In Düsseldorf sitzt sie sogar manchmal selbst im Kassenhäuschen.

Transport und Aufbau

Das „Wheel of Vision“ kann in mehr als 500 Teile zerlegt werden und passt dann in 27 Container. Entweder transportieren Lastwagen die Bauteile quer durch Europa zum nächsten Standort. Oder die Teile werden in einer Halle gelagert, dort bei Bedarf repariert oder frisch angestrichen. Der Auf- und Abbau des Riesenrads dauert jeweils eine Woche. Vor dem Start prüft das Bauamt der jeweiligen Stadt, ob das Riesenrad sicher ist. Einmal im Jahr macht der TÜV zusätzlich eine große Prüfung. Auch die Mitarbeiter machen jeden Tag während des Betriebs einen gründlichen Sicherheits-Check.

Aus Streichölzern

Ein Düsseldorfer Künstler hat im Jahr 2014 das „Wheel of Vision“ nachgebaut – aus Streichhölzern. 17000 kleine Hölzer hat er für das Rad verbaut. Für die 42 Gondeln kamen noch mal 7000 Streichhölzer hinzu. Der Tüftler hat vorher auch schon den Düsseldorfer Rheinturm und den Pariser Eiffelturm nachgebaut.

Info
Wheel of Vision, Burgplatz in Düsseldorf, www.duesseldorf.riesenrad.info, Reservierungs-Hotline 0211 50 66 88 67, geöffnet täglich von 11 bis 21 Uhr, an Feiertagen Sonderregelungen.

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