"Welcome Workshop" - KIT und KRASS e.V im Interview

"Welcome Workshop" - KIT und KRASS e.V im Interview

WELCOME WORKSHOPS – Eine gemeinsames Projekt von der Kunsthalle Düsseldorf, KIT – Kunst im Tunnel und dem Verein KRASS e.V.

Die Kunsthalle, KIT und KRASS e.V. laden einmal im Monat zum Welcome Workshop ins KIT und in die Kunsthalle ein. Von 16 bis 18 Uhr können Kinder aus Düsseldorfer Flüchtlingsunterkünften gemeinsam mit anderen Düsseldorfer Kindern die aktuellen Ausstellungen besuchen und anschließend selbst kreativ werden. Die Teilnahme ist kostenlos und Deutschkenntnisse sind nicht erforderlich. Wir von &kids finden es eine tolle Initiative und wollen gerne mehr erfahren. Wir freuen uns über das Interview mit Dirk Schewe, dem Presseleiter der Kunsthalle und Claudia Seidensticker, der Gründerin von KRASS e.V.

 

Wann und wie ist denn diese tolle Idee entstanden?

Die Idee stand bereits seit längerer Zeit im Raum. Es war klar, dass wir uns in irgendeiner Form im Bereich Flüchtlingshilfe engagieren wollten. Da wir bereits seit längerem mit KRASS e.V. bei unterschiedlichen Aktionen zusammenarbeiten, haben wir dann beschlossen, diese Kooperation auszubauen und unser Haus zu öffnen, um einmal im Monat Kinder aus Düsseldorfer Flüchtlingsunterkünften mit anderen Düsseldorfer Kindern in die aktuellen Ausstellungen einzuladen, die beiden Häuser und sich gegenseitig kennen zu lernen aber auch selbst kreativ zu werden. Die Kinder haben so nicht nur die Möglichkeit, ihre kreativen Potenziale auszuschöpfen, sondern sie lernen auch andere Kinder kennen.

 

 Wie kann man sich diesen Workshop vorstellen? Kommen die Flüchtlingskinder mit ihren Eltern oder werden sie von den Unterkünften abgeholt? Und wie ist er strukturiert?

Die Kinder werden von ehrenamtlichen Helfern des Vereins KRASS e.V. zu uns begleitet und anschließend wieder in ihre Unterkünfte zurückgebracht. Sie kommen also gemeinsam hier an und werden erstmal begrüßt. Dann machen wir sie mit dem Haus vertraut, d.h. wir erkunden die Räume, sprechen darüber, was in einer Institution wie Kunsthalle und KIT geschieht und möglich ist, aber auch, wie die Verhaltensregeln bei uns sind. Meist suchen wir uns wenige Arbeiten raus, über die wir intensiver sprechen, was erstaunlich gut klappt, denn viele der Kinder sprechen schon sehr gut Deutsch. Wir schauen genau hin, was wir sehen, welche Farben, Materialien etc. An was erinnert uns das Kunstwerk, oder wie wirkt es? Das sind zentrale Fragen bei der Kunstbetrachtung und Kinder sind dabei meist sehr unvoreingenommen. Diesen Input nehmen wir mit und arbeiten schließlich damit. Wir setzen bewusst ein ziemlich offenes Thema, zu dem die Kinder dann mit der Inspiration aus der Ausstellung selbst etwas gestalten.

 

Wie viele Kinder nehmen im Durchschnitt daran teil? Und sind es mehr deutsche oder ausländische Kinder? Und an welche Altersklasse richtet sich die Initiative?

Die Kinder sind meist zwischen 6 und 12 Jahre alt. Dadurch, dass die Themen so offen sind, findet aber meist jeder einen altersentsprechenden Punkt zum Anknüpfen. Am Anfang haben wir die Teilnehmerzahl nicht begrenzt, was jedoch schnell dazu führte, dass wir zu viele waren, und so konnte die intensive Betreuung nicht mehr gewährleistet werden. Nun hat sich die Zahl bei 20 bis 30 Kinder eingependelt. Das Ganze ist eben auch ein Projekt, das sich aus sich selbst heraus entwickelt. Bisher hatten wir stets mehr ausländische Kinder zu Gast und nur einige deutsche Kinder. Man muss aber auch sagen, dass die Kinder aus den Flüchtlingsunterkünften quasi an der Hand genommen und zu uns gebracht werden und dadurch auch intensiver angesprochen werden. Bei den deutschen Kindern hängt dies viel von der Initiative der Eltern ab.

 

Mischen sich die Kinder oder bilden sich Grüppchen geteilt nach Herkunft?

Natürlich sind die Kinder primär mit den Kindern zusammen, die sie kennen. Aber die Hemmschwelle fällt meist schnell, wenn es ans kreative Arbeiten geht. Dann sitzen die Kinder an Tischen durcheinander und kommen schnell ins Gespräch und ins Spiel.

 

Bilder sagen oft mehr als Worte…. Habt Ihr Bilder, wie und was die Kinder gemeinsam gestalterisch gemacht haben?

Die Kinder nehmen ihre Arbeiten meist mit nach Hause, wobei das nicht immer zwingend so sein muss. Beim heutigen Welcome Workshop im KIT am 25.11. werden wir eine große gemeinsame Arbeit zum Thema „Skulpturengarten“ erstellen.

 

 Was wünscht Ihr Euch für den nächsten Workshop?

 Eine rege Teilnahme und Neugier, Freude an unterschiedlichen Materialien, und natürlich gute Stimmung.

 

Wir danken Euch, liebe Claudia und lieber Dirk für das Interview und freuen uns auf den heutigen Workshop am 25. November, 16.00 – 18.00 Uhr im KIT.

 

Kurz Profil vom KIT:

KIT – Kunst im Tunnel ist ein spektakulärer unterirdischer Ausstellungsraum direkt am Rhein. Gezeigt werden dort etwa vier bis sechs Wechselausstellungen pro Jahr. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf der Präsentation junger, zeitgenössischer Kunst aus den Bereichen Bildhauerei, Malerei, Fotografie, Video- und Installationskunst. Zudem sieht es KIT als seine Aufgabe an, den Austausch zwischen internationalen jungen Künstlerinnen und Künstlern anzuregen und zu fördern.

Ein weiteres großes Anliegen des KIT ist die direkte Vermittlung der Ausstellungsinhalte in Form von Workshops und Führungen. Dies geschieht häufig in direkter Kooperation mit den jungen ausstellenden Künstlerinnen und Künstlern.

 

Kurz Profil von dem Verein KRASS e.V.:

KRASS e.V. ist ein 2009 gegründeter Verein, der sich weltweit für finanzschwache Kinder aus bildungsfernen Familien einsetzt, um ihnen einen kostenfreien Zugang zu kultureller Bildung zu ermöglichen. Neben der Vereinszentrale in Düsseldorf ist KRASS e.V. in Standorten in ganz Deutschland sowie in Griechenland, Kambodscha und China vertreten. Getreu der Vision „jedes Kind hat ein Anrecht auf kostenlosen Zugang zu Kultur und Bildung“ setzt sich der Verein in zahlreichen Projekten unermüdlich für die Förderung von Integration und Kreativität von Kindern ein.

Kontakt
KIT - Kunst im Tunnel
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