Ich geh mit meiner Laterne... Martinsumzüge

Ich geh mit meiner Laterne... Martinsumzüge

In den kommenden Tagen seht ihr viele Kinder in der Dämmerung mit ihren selbst gebastelten Laternen durch die Straßen ziehen. Sie singen Lieder, versammeln sich an einem großen Feuer und beobachten eine kleine Theaterszene, in der ein Soldat auf einem Pferd mit dem Schwert seinen Mantel zerschneidet und die eine Hälfte einem frierenden Bettler schenkt. Denn so steht es in einer berühmten Geschichte.

An einem 11. November soll Martin beerdigt worden sein. Seitdem erinnert dieser Tag an Sankt Martin, und er soll uns daran erinnern, auch Gutes zu tun. Wir von &kids verraten Euch wo es die besonderen Martinszüge gibt und alles wissenswerte rund um St. Martin.

Der Weckmann

Im ganzen Rheinland und im Ruhrgebiet gibt es zu Sankt Martin traditionell einen Weckmann. Die süßen Hefeteigkerle gibt es in klein und groß, mit und ohne Zuckerguss, mit Mandelblättchen oder Rosinen, manche tragen einen Lolli im Arm, andere eine kleine Tonpfeife. Dabei ist das eigentlich ein Irrtum: Ursprünglich war die Pfeife ein Bischofsstab und der Mann aus Hefeteig der Nikolaus. Das Gebäck hat übrigens viele Namen. Rund um Düsseldorf und in den meisten Gegenden am Niederrhein ist es der Weckmann. Aber im Kreis Viersen und in Mönchengladbach sagen die Kinder oft auch Buckmann (wegen des dicken Bauches) oder Korinthenkerl. Im Bergischen Land und im Sauerland heißt die Leckerei manchmal Stutenkerl oder Stutenmann. Das Rezept vom besten Weckmann findet ihr natürlich auch bei andkids-website.blee.ch

Die Martinstüte

In vielen Orten organisieren Martinsvereine die Umzüge, das Martinsfeuer und die Musikkapellen. Dafür gehen sie vorher von Haus zu Haus und sammeln Spenden. Nach dem Martinszug verteilen die Helfer nämlich auch noch Martinstüten an Kinder und alte Menschen. Darin sind Äpfel, Mandarinen, jede Menge Süßigkeiten – und natürlich ein großer Weckmann.

Rekordversuch

Die Firma Schaffrath veranstaltet am 13. November um 17.30 Uhr einen eigenen Martinsumzug. Dort soll der größte Weckmann der Welt gezeigt und hinterher natürlich auch vernascht werden. Gebacken wird er von dem Bäcker Axel Bähren, und zwar nach einem Geheimrezept. Nur so viel wird verraten: Der Rekord-Weckmann soll mindestens sieben Meter lang sein. Denn der bisherige Rekord liegt bei 6,96 Meter.

Mit Feuerwerk

In der Stadt Kempen wird seit mehr als 125 Jahren am Abend des 10. November ein besonders schönes Martinsfest gefeiert. Der Zug ist so bekannt, dass viele Besucher extra von außerhalb anreisen. Ab 17.15 Uhr ziehen tausende Kinder mit ihren Laternen durch die Altstadt. Anschließend gibt es an der Burg ein richtig großes Feuerwerk. Auf dem Markt wird später das Martinsfeuer angezündet und jedes Kind bekommt seine Martinstüte. Die Martinstüten hat in Kempen übrigens einen besonderen Namen: die Martins-Bloese.

Gripschen

In vielen Orten ziehen die Kinder nach dem offiziellen Martinszug weiter von Haus zu Haus und singen Martinslieder. Als Dankeschön bekommen sie Süßigkeiten, Nüsse oder Obst. Diesen alten Brauch nennt man im Rheinland Gripschen.

Größter Martinszug

In Düsseldorf gibt es mehr als hundert Martinszüge. Der größte und bekannteste zieht am 10. November durch die Altstadt. Ab 17 Uhr gehen die Kinder und Musikgruppen am Stiftsplatz in der Altstadt los. Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus wird dann gegen 17.30 Uhr die erste Mantelteilung gezeigt. Etwa eine halbe Stunde später wird die Szene auf dem Burgplatz wiederholt. Zur Einstimmung auf den Laternenumzug wird um 16.30 Uhr vor dem Rathaus die Geschichte des Heiligen Martin vorgelesen.